Wieso ist’s hier so ruhig geworden? Wie geht’s weiter? – Das Ende

Seit dem ich den Geocaching BLOG Alzenau betreibe, hat sich meine Einstellung zu Cacherblogs grundsätzlich gewandelt. Begeistert von unserem Hobby hatte ich mir vorgenommen interessante Themen und Beiträge die für einen regen Austausch unter Gleichgesinnten sorgen sollten, zu verfassen. Mit großem Optimismus, und auch ein bisschen blauäugig, wollte ich einen kleinen Beitrag zur Community leisten. Bis ich allerdings so richtig losgelegt hatte (ok, ich war einfach viel zu langsam;-)) gab es schon tausende von BLOGs, die sich mit genau diesen Themen beschäftigen. Also versuchte ich einen regionalen Bezug rein zu bringen um mich ein bisschen von den anderen zu unterscheiden, was aber oft nur schwer umzusetzen war.

Die Idee eines BLOGs zu unserem Hobby stammte noch aus einer Zeit in der Geocaching ein geheimes Ding war. Geocacher kannten sich untereinander kaum, kommunizierten vielleicht einmal im Jahr auf einem Event oder wenn man sich auf FTF-Jagd zufällig mal im Wald traf, miteinander . Die Homezone war noch lange nicht „abgearbeitet“ und  man kam eigentlich nicht wirklich hinterher die vielen neuen Multis zu absolvieren. In dieser Zeit war es für die meisten absolut normal, nur einen Cache am Wochenende zu loggen. Powertrails, Giga-Events, Challenges waren noch nicht in Sicht. Man erklärte Freunden begeistert welch‘ abgefahrenen Sch… man als Hobby hat und erntete dabei meist verstörte Blicke.

Durch die sozialen Medien und die rasanten Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten wuchs die Cachergemeinde expotentiell. Geocaching tauchte plötzlich überall auf. Printmedien, TV, Radio, Podcasts, Foren und eben auch BLOGs thematisierten das tolle Hobby. Viele entdeckten einen neuen Markt, in dem eine Menge Geld steckte. Die Vermarktung nimmt teilweise groteske Züge an. Und hierbei spreche ich nicht von Groundspeak. Natürlich kam ab und an auch mal ein Bedenkenträger um die Ecke, der den Untergang des Abendlandes oder zumindest unserer Wälder voraussagte. Kurzum Geocaching kennt mittlerweile so gut wie jeder, zumindest hat jeder schon mal vom Dosensuchen gehört.

Mittlerweile empfinde ich diese Entwicklung, zu der ich selbst auch beigetragen habe, als nicht mehr so toll. Die kleine Gemeinschaft der Geocacher gibt es nicht mehr. Die Sache ist zum Massenphänomen geworden und das bringt leide mehr Negatives als Positives mit sich. Und bevor ich hier jetzt einen der schlimmsten Sätze, den ich mir vorstellen kann, niederschreibe, lasst euch eines gesagt sein. Ich bin jemand, der in der Gegenwart und der Zukunft lebt. Neuerungen und Änderungen empfinde ich von Grund auf als positiv und wünschenswert. Aber trotzdem muss er raus: Aus meiner Sicht war früher alles besser. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal sage, ja sogar schreibe, doch ich empfinde es einfach so. Wenn ich die Cacheruhr zurückdrehen könnte, würde ich es sofort tun.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich entschlossen den Geocaching BLOG Alzenau zu schließen. Gerne würde ich hier einen BLOG mit regionalem Bezug weiter betreiben. Doch in welcher Form und mit welchem Thema möchte ich noch offen lassen.

Euer Koerli